Autor: Jessica Beer

20 Jahre edition exil und exil Literaturpreise

Eine Hommage, verbunden mit der Hoffnung auf weitere 20 Jahre Das Jahr 2017 sollte Anlass zum Feiern sein für das Projekt der exil-Literaturpreise, werden sie doch zum 20. Mal ausgeschrieben und verliehen und können somit auf zwei Jahrzehnte Erfolgsgeschichte zurückblicken. Die edition exil und ihre Preise stehen für ein Verständnis für Literatur, die von politischem Engagement für eine offene, mehrsprachige und solidarische Gesellschaft nicht zu trennen ist,...

Das Parlament der Unsichtbaren

Viele von uns sind fassungslos, angstvoll oder wütend in diesen Wochen zwischen der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA und der möglichen Wahl von Norbert Hofer zum österreichischen Präsidenten, umgetrieben von Fragen, denen wir nun nicht mehr ausweichen können, konfrontiert mit Mehrheiten, die wir so wohl nicht erwartet haben. Mehrheiten, die wir vor allem nicht mehr als irregeleitet, als „rechten Rand“ abqualifizieren können. Das ist...

Man kann keine Ausstellung zum Thema Sex machen, ohne selbst zum Voyeur zu werden.

Ein Gespräch mit Andreas Brunner zur Ausstellung „Sex in Wien„, die ab 15. 09. im Wien Museum zu sehen ist. Für alle ab 18. Jessica Beer: Du warst 2005 Kurator der Ausstellung „Geheimsache Leben. Schwule und Lesben im Wien des 20. Jahrhunderts“. Diese Ausstellung versuchte erstmals, schwul-lesbische Lebenswelten, ihre Unterdrückung, Marginalisierung, Kriminalisierung, aber auch ihre Lust und die vielfältigen Wege zu ihrer Verwirklichung – oftmals im Geheimen...

Wenzgasse 12, April 2016, oder Versuch, meinem Sohn das Haus seines Urgroßonkels zu erklären

Die Brüder Robert, Julius und Richard Beer, geboren respektive 1881, 1884 und 1892, die ersten beiden noch in Mähren, der jüngste dann bereits in Wien, erbten von ihrem Vater zahlreiche Gummifabriken, sie waren also Unternehmer, spezialisiert auf Gummisohlen, später –reifen und -waren aller Art. Erfolgreiche Fabrikanten, aus einer der aufstrebenden, assimilierten jüdischen Familien, wie sie für das Wien der Jahrhundertwende bis weit in die Zwischenkriegszeit typisch waren. Zu...

Neulich am Siebenbrunnenplatz

Wenn die aus Belgrad stammende und in Wien lebende Autorin Barbi Marković ein neues Buch schreibt, dann ist da alles das drin, was in einen zeitgenössischen Roman gehört und von dem man gar nicht wusste, wie sehr man es vermisst hat, bis man „Superheldinnen“ gelesen hat: alle Städte, in denen sie und ihre Freundinnen je gelebt haben, alle Sprachen, mit denen sie aufgewachsen und die sie gesprochen...

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