Kategorie: persönliche Betrachtungen

Bus in London

Wusstest ihr, dass ich aus England komme?

Ich habe letzte Woche erfahren, dass ich aus England komme. Und zwar so: Als ich auf den Bus warte, hat mich ein unbekannter Mann angesprochen. Unser Gespräch begann mit folgendem Dialog: Mann: Hallo. Entschuldigung. Woher kommen Sie? Ich: Aus Wien. Mann: Ich dachte, Sie wären aus England. Wissen Sie warum? Wegen Ihrer Haut. Ich: Weil sie so hell ist? Mann: Ja, sie ist so weiß. Unsere nachfolgende...

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Wie viel Leben passt in einen kleinen Koffer?

Diesen Koffer habe ich seit ich mich erinnern kann und vor einigen Tagen habe ich ihn wieder entdeckt – seither begleitet er bzw. seine Geschichte meine Gedanken. Ursprünglich gehörte er meiner Mutter, die ihn 1942 wiederum von ihrer Mutter bekommen hat, als sie drei Jahre alt war. Nicht als Geschenk, sondern mit der Aufforderung schnell ihre Sachen hier hinein zu packen, da die Soldaten schon warteten. Die...

„I am musician, I don’t understand any reason to kill“

Es ist Mitte April, ein sonniger Tag. Ich fahre durch ein kleines Wäldchen. Das zu kurzfristige Kommando des Routenplaners hat mich ein wenig von meinem Weg abgebracht. Genau wie das Projekt „MusikerInnen aus aller Welt in Tirol“, für das ich unterwegs bin, ein wenig vom herkömmlichen musikalischen Mainstream abweicht. Das Projekt der Initiative Minderheiten Tirol versucht, der musikalischen Vielfalt von Menschen unterschiedlichster Herkunft mittels einer Webpräsenz und...

Wenzgasse 12, April 2016, oder Versuch, meinem Sohn das Haus seines Urgroßonkels zu erklären

Die Brüder Robert, Julius und Richard Beer, geboren respektive 1881, 1884 und 1892, die ersten beiden noch in Mähren, der jüngste dann bereits in Wien, erbten von ihrem Vater zahlreiche Gummifabriken, sie waren also Unternehmer, spezialisiert auf Gummisohlen, später –reifen und -waren aller Art. Erfolgreiche Fabrikanten, aus einer der aufstrebenden, assimilierten jüdischen Familien, wie sie für das Wien der Jahrhundertwende bis weit in die Zwischenkriegszeit typisch waren. Zu...

„Ach, reden wir lieber nur mehr Deutsch….“

Länger schon verfolge ich die Diskussion rund um die „verpflichtende Pausensprache Deutsch“ und ich frage mich, warum dieser Unsinn immer wieder aufkommt und auch ernsthaft diskutiert wird. Viele kluge Menschen haben sich praktisch und wissenschaftlich mit Spracherwerb und Integration beschäftigt und keine_r empfahl eine verpflichtende Pausensprache als Spracherwerbs-Kriterium und schon gar nicht als Integrationsmotor. Mit länger meine ich nicht erst kürzlich im Burgenland oder vor ein paar...

zwei Reindlinge

Ich, meine Kinder und das Slowenische zwischen Kärnten und Wien – persönliche Betrachtungen

Als in Kärnten geborene, slowenisch und deutsch Sprechende, die nach dem Studium in Wien geblieben ist und hier Kinder bekommen hat, stellte ich mir gar nicht die Frage, wie ich mit meinen Kindern sprechen wollte. Ganz logisch und wie mir der Schnabel gewachsen ist: im slowenischen Rosentaler Dialekt. Die spärlichen Gedanken dazu vervielfältigten sich rasant durch die bloße Tatsache, dass ich mit meinen Kindern in der Öffentlichkeit...

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