Frauenrugby: Kampf um Anerkennung

Am 26. August fand im Kingspan Stadium in Belfast das Finale des Women´s Rugby World Cup zwischen England und Neuseeland statt. Weibliche und männliche Fans aus allen Ecken der Welt kamen nach Nordirland um Teil des achten World Cups, der alle vier Jahre stattfindet, zu sein. In einem spannenden 15er Spiel konnte sich Neuseeland gegen die Vollzeit-Athletinnen und amtierenden Weltmeisterinnen aus Großbritannien mit einem 32-41 durchsetzen.

Rugby in Österreich blüht auf

Dieses zweite Großevent nach den Olympischen Spielen zeigt nur wieder, dass Frauenrugby einer der schnellst wachsenden Sportarten weltweit ist. Vor allem die 7er Variation findet auch hierzulande immer mehr Zuspruch. Zur Zeit gibt es über 150 aktive Spielerinnen. Ähnlich wie die österreichischen Fußballspielerinnen konnte auch die österreichische Rugby Nationalmannschaft der Frauen einen großartigen Erfolg bei der diesjährigen EM in Kosice verzeichnen: die Silbermedaille und somit der Aufstieg in die zweithöchste Leistungsstufe.

Die Hürden der Rugby-Spielerinnen

Dass vor allem Frauen Schwierigkeiten haben, sich in einem so harten Sport gegen Stereotype durchzusetzen und Anerkennung zu bekommen, liegt wohl auf der Hand. Es fehlt an Fazilitäten und finanzieller Unterstützung. Vorbereitungsspiele des Nationalteams konnten nur in näherer Umgebung gewählt werden und auch die Anreise zur EM 2016 musste anteilig von den Spielerinnen bezahlt werden. Auch die mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit ist gering: Selbst beim Women´s Rugby World Cup Finale fanden sich gerade einmal 18.000 Menschen im Kingspan Stadium zusammen – eine mickrige Zahl im Vergleich zu den Massen bei männlichen Spielen.

Wo die Medien früher nur wenig über Rugby und besonders Frauenrugby berichtet haben, verbessert sich dieser Umstand derzeit aber. Die Erfolge der Frauen-Nationalmannschaft wurden von derStandard.at, vice.at, sport-österreich.at und dem öffentlich-rechtlichen Fernsehn aufgefasst und publik gemacht.

Trotz allen Schwierigkeiten müssen sie ihre Leistungen trotzdem nicht verstecken und durch ihre Erfolge zeigen sie Sexismus noch einmal mehr die rote Karte.

 

Elena-Riccarda Hennig ist Studierende am Institut für Publizistik -und Kommunikationswissenschaft und im Team der österreichischen Rugby Nationalmannschaft der Frauen.

 

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