Warum Van der Bellen?

Zehn Gründe von Alexander Pollak am 4. Dezember Alexander Van der Bellen zu wählen:

1. Kein Türöffner für Rechtsextreme

Alexander Van der Bellen ist der einzige Kandidat in der Stichwahl, der weder Türöffner noch Steigbügelhalter für Rechtsextreme sein will. Schon das allein macht ihn zum einzigen qualifizierten Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Mit Van der Bellen gibt es eine Garantie, dass keine schlagenden Burschenschafter und auch keine früheren Weggefährten von verurteilten Neonazis in die Hofburg einziehen. Van der Bellen würde auch kein Wegbereiter dafür sein, dass Rechtsextreme in andere Machtpositionen in der Republik gelangen.

2. Steht zum antifaschistischen Grundkonsens

Van der Bellen steht vorbehaltlos zum antifaschistischen Grundkonsens der zweiten Republik. Er anerkennt den Tag der Kapitulation der Nazis vorbehaltlos als Tag der Freude. Erst der Sieg über die Nazis hat ermöglicht, dass Österreich zu einem Land wird, in dem es Demokratie, Menschenrechte und Freiheiten gibt. Demgegenüber weigerte sich Van der Bellens Gegenkandidat Hofer in einer TV-Diskussion, den Tag der Kapitulation der Nazis als Tag der Freude zu bezeichnen.

3. Kein Ehrenmitglied einer schlagenden Verbindung

Von Hofer 2013 herausgegebenes und beworbenes Buch mit rechtsextremen Elementen. Mehr Infos: http://www.sosmitmensch.at/von-frauen-mit-brutpflegetrieb-und-zuwanderern-als-wespenlarven

Van der Bellen ist in der Stichwahl auch der einzige Kandidat, der kein Ehrenmitglied einer deutschnationalen schlagenden Burschenschaft ist. Van der Bellen steht somit keinen Burschenschafterkameraden in der Pflicht, die oftmals ein problematisches, teilweise sogar rechtsextremes Weltbild haben. Er steht ausschließlich der österreichischen Bevölkerung in der Pflicht.

4. Versucht zu verbinden

Van der Bellen dividiert die Menschen in Österreich nicht nach Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung auseinander. Er will ein Bundespräsident für die gesamte österreichische Bevölkerung sein. Demgegenüber nutzt sein Gegenkandidat Hofer nahezu jede sich ihm bietende Gelegenheit, um gegen Menschen aufzuwiegeln, die nicht seinen Vorstellungen von der „richtigen“ Herkunft, Religionszugehörigkeit und sexuellen Orientierung entsprechen. Hofer will einen Keil zwischen Menschen treiben. Van der Bellen versucht zu verbinden.

5. Keine „Aula“

„Rassenmischung“ wird mit „Völkermord“ gleichgesetzt, „Aula“, Dezember 2015

Van der Bellen steht für die Achtung der Menschenwürde. Er bewegt sich nicht in einem Umfeld, in dem Menschenfeindlichkeit und Rassismus salonfähig sind. Demgegenüber bewegt sich sein Gegenkandidat Hofer in einem Umfeld, in dem Magazine wie die „Aula“ unterstützt werden. In der „Aula“ wird unverhohlen über eine „Judaisierung der Welt“ philosophiert, vor „Rassenmischung“ gewarnt und über KZ-Überlebende als „Landplage“ und „Kriminelle“ hergezogen. In dem einschlägigen Blatt wird von der FPÖ auch für Hofer geworben.

6. Kein Gudenus

Forderung von Johann Gudenus als Obmann des Rings Freiheitlicher Jugend

Van der Bellen ist nicht mit Personen wie FPÖ-Vizeparteiobmann Johann Gudenus eng verbunden, der Europa als „die Wiege der Weißen“ bezeichnet und die Forderung nach einem „Bekenntnis dazu, dass Europa ‚weiß’ ist“ erhoben hat. Van der Bellen ist der einzige Kandidat, der verhindern würde, dass Leute wie Gudenus in Machtpositionen gelangen.

7. Für ein besseres Europa

Van der Bellen steht für ein Europa, das versucht, zusammenzuarbeiten und besser zu werden. Er steht nicht für eine Wiederkehr eines radikalen Nationalismus in Europa. Dass die Europäische Union viele Schwachpunkte hat, ist auch für Van der Bellen unbestritten. Er betont jedoch auch, dass die Union etwas sehr Wertvolles geschafft hat, nämlich dass seit Jahrzehnten kein Krieg mehr unter den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union geführt wurde. Das hat es davor in Europa noch nie gegeben. Van der Bellen ist die Garantie, dass Österreich weder auf einen radikalen Isolationskurs noch auf einen nationalistischen Konfrontationskurs geht.

8. Keine Grenzkonflikte

Südtirols Landeshauptmann Kompatscher und Reinhold Messner gegen nationalistisches Zündeln von Strache und Hofer, in „Presse“ und „Profil“

Van der Bellen steht für ein freundschaftliches Verhältnis zu den Nachbarländern Österreichs. Sein Gegenkandidat Hofer hat demgegenüber bei einer Rede in Südtirol nationalistisch gezündelt und den Grenzverlauf zu Italien in Frage gestellt. Wörtlich sagte Hofer: „Die Trennung Südtirols durch eine Grenze vom Vaterland war Unrecht, ist Unrecht und wird immer Unrecht bleiben! Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist durch die Autonomie nicht enderledigt, auf keinen Fall enderledigt! Eure Heimat ist Österreich. Südtirol ist untrennbar mit dem Vaterland verbunden. Ich bin deshalb heute (in Meran) nicht nach Italien gekommen! Ich bin nach Südtirol gekommen, das aus unserer Sicht ein enger Teil unserer Heimat ist! Wir sind im Recht. Wir haben das Durchhaltevermögen. Und daher kommt für uns auch die Zeit, liebe Kameraden!“. Sowohl vom Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher als auch von prominenten Persönlichkeiten wie der Bergsteigerlegende Reinhold Messner hagelte es für Hofers nationalistisch aufwiegelnde Aussagen (und ähnlich lautenden Aussagen Straches) scharfe Kritik.

9. Besonnen in Krisensituationen

Alexander Van der Bellen ist ein besonnener Mensch. Er ist jemand, der nachdenkt, bevor er spricht. Er ist nicht jemand, der unbedacht handelt und Konflikte schürt. Er ist in der Stichwahl der einzige Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, der auch in Krisensituationen besonnen bleiben und nicht Öl ins Feuer gießen wird. Österreich braucht einen Bundespräsidenten, der Gräben überwinden und Krisen meistern kann, ohne das Land zu spalten und ohne gegen Minderheiten aufzuhetzen. Nur Van der Bellen kann diese Eigenschaften bieten.

10. Nicht egal

Alexander Van der Bellen, Bundespräsidentschaftskandidat 2016

Zu guter Letzt: Es ist nicht egal, wer Bundespräsident wird. Der österreichische Bundespräsident hält nicht nur Fernsehansprachen. Er vertritt Österreich nach innen und nach außen. Und er hat viel weitreichendere Befugnisse als viele ahnen. Er kann, wenn er das will, die österreichische Demokratie positiv beeinflussen oder aber auch für einige Zeit lahm legen. Ein einmal gewählter Bundespräsident ist für die Dauer von 6 Jahren nahezu unabsetzbar. Daher ist es entscheidend zur Wahl zu gehen, egal ob aus Begeisterung oder aus Vernunft. Österreich hat die Chance, nach Brexit und Trump, einen anderen Weg aufzuzeigen, einen konstruktiven Weg.

Dieser Beitrag erschien am 22. November auf: https://www.facebook.com/notes/alexander-pollak/warum-van-der-bellen/10154426045023301

 

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