Als Vorspeise: Die unbeachteten ersten Worte

Statt der berühmten letzten Worte sollten eigentlich die unbeachteten ersten Worte gesammelt und publiziert werden. Das wäre ein echter Beitrag zum Weltkulturerbe.

Mit diesen unbeachteten ersten Worten hatte ich vor fast genau zehn Jahren versucht, die Menschheit auf eigene Faust mit einem „minority blog“ zu beglücken. Es war die Hochsaison von Weblog und Second Life. Darum wurde auf Konferenzen vom „Mitmach-Internet“ oder vom „Web 2.0“ geredet. Heute klingt das alles nach Uriah Heep und Miami Vice. Andererseits sind Chelsea-Boots wieder in. Also wer weiß! Mein „minority blog“ kam jedenfalls über diese ersten Worte nicht hinaus, von Uriah Heep kennen wir zumindest das unverwüstliche „Lady in Black“ (wobei man über den Text dieses Stücks heute noch nichts Positives zu berichten vermag).

Eigentlich soll ja ein solcher Erstbeitrag den Autor_innen und Leser_innen Mut machen. Das war ja eigentlich auch mein Auftrag; ich möge den programmatischen Anfang machen, ein wenig aus der Schule plaudern, ein bisserl den Weg deuten, den wir hier einschlagen wollen, solche Sachen. Die Vorspeise zubereiten, damit die zum Essen Eingeladenen zumindest noch die Suppe abwarten und nicht gleich wieder nach dem Mantel greifen. Aber zugegebenermaßen ist es kein leichtes Unterfangen, just heute, in der Hochsaison des Facebook und Twitter (für die Nachwelt: Das sind Second Life und Weblog des Jahres 2016), einen neuen Blog in die Welt zu setzen. Einen politisch angehauchten zumal. Gut, aber bitte nicht vergessen: Die Chelsea-Boots sind wirklich wieder in.

Bei unserem guten Vorsatz handelt es sich um möglichst regelmäßige, manchmal Politikkonjunktur bedingte Wortmeldungen, manchmal aber ob der Müdigkeit gerade angesichts dieser Konjunktur eskapistisch anmutende Ausführungen eines Autor_innen-Kollektivs, das im Umfeld der (in Österreich ansässigen) Organisation Initiative Minderheiten zu suchen ist: Leute, die mit dieser NGO zu tun haben oder sie jedenfalls für wichtig halten oder zumindest nicht für schädlich.

Was unter dem Terminus „Minderheit“ – auch – verstanden werden kann, welche politischen Ziele die Initiative Minderheiten seit Anfang der 1990er Jahre verfolgt, was die engagierten und sensiblen Leute dort nebst Blogging noch tun, kann auf der Website (www.initiative.minderheiten.at) nachgelesen werden. Aber auch hier gibt es nützliche Informationen, und manche der Aktivitäten werden mit dem Blog verlinkt werden.

Gut, ich merke, das Aufmerksamkeitsfenster schließt sich wieder. Darum nur noch dieses: Nach den ersten Worten bleibt mir nur zu wünschen, sie mögen nicht unbeachtet bleiben. Ein wenig Chelsea-Boots-Schicksal würde unserem IM BLOG gut tun. Oder aber, um die Metapher wieder zu wechseln (ich weiß, liebe Germanist_innen!): Mahlzeit!

4 Antworten

  1. lukas tagwerker sagt:

    Ein kulinarischer Modeblog also, mit einem Beitrag pro Woche ist die Obergrenze aber überaus Tante-Jolesch-mäßig angesetzt. Danke schon mal für den Gruß aus der Redaktionsküche!

  2. Beate Eder-Jordan sagt:

    Danke Hakan für die (un)beachteten ersten Worte und für diese tolle Initiative! Das ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Initiative Minderheiten. Bei der Gründung der IM am Bisamberg Anfang der 1990er Jahre wussten wir (Michael Oertl, Uschi Hemetek, du und viele andere) noch nichts von einem Blog…
    Liebe Grüße Beate (Eder-Jordan)

  3. liebes redaktionsteam, ich freue mich auf den neuen blog. ich bin schon sehr gespannt auf die wissenskritischen menüabläufe. lg gabriele

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