Autor: Cornelia Kogoj

Die Buch- und Musiktipps der Initiative Minderheiten für den Sommer!

1. UNSERE BUCHEMPFEHLUNGEN Masha Gessen: Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und verlor Die queere Aktivistin und New-York-Times-Journalistin Masha Gessen, deren Bücher über Russland und Putin bereits in der Vergangenheit für Aufsehen sorgten, geht anhand der Biographien von vier jungen Leuten, alle Jahrgang 1984, der Frage nach, wie sich Russland von einem weltoffenen zu einem repressiven Staat wandeln konnte. Hochspannend, klug und fesselnd geschrieben....

Die Sache mit der Dankbarkeit …

Laut Definition – nachzulesen unter anderem auf Wikipedia – ist Dankbarkeit „ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird“. Je nach bekannten oder vermuteten Urheber_innen der in der Definition als Auslöser die Dankbarkeit erkannten Zuwendung, sind Menschen jenen wohlmeinenden Menschen dankbar, von denen ihnen Gutes widerfahren ist, einem gütigen Gott oder auch einem günstigen bzw....

History must restore what slavery took away – Eine Untersuchung amerikanischer Museen

Auf vier ausgedehnten Forschungsreisen durch die amerikanischen Südstaaten, aber auch nach Chicago oder Washington D.C., haben Cornelia Kogoj und Christian Kravagna über 80 Museen besucht, die sich mit Schwarzer Geschichte in den USA beschäftigen. Die Autor*innen waren zunächst von einer Frage geleitet, die sich aus der eigenen wissenschaftlichen und kuratorischen Praxis ableitet: der Frage nach der (Selbst)Repräsentation von unterdrückten Minderheiten in musealen Kontexten. Damit einher geht selbstverständlich...

Hakenkreuzschmierereien auf Portraits von Überlebenden der NS-Verfolgung am Ring in Wien

Teile der Ausstellung GEGEN DAS VERGESSEN wurden mit Hakenkreuzen beschmiert. Das Psychosoziale Zentrum ESRA hat diese Ausstellung des Künstlers Luigi Toscano nach Wien gebracht. Nun wurde diese sensible-künstlerische Erinnerung an die Shoah beschädigt. Luigi Toscanos Fotos der Überlebenden der Shoah ist am 7. Mai unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen feierlich durch den Bundespräsidenten in Wien eröffnet worden. Es ist eine beeindruckende Ausstellung von...

Aspekte der österreichischen Migrationsgeschichte

Das Buch „Aspekte der österreichischen Migrationsgeschichte“, erschienen im März 2019, hat große Ziele – und eine Vision: eine Gesellschaft, in der alle Geschichten zählen. Wenn Geschichten nicht erzählt werden, verlieren sie ihre Bedeutung. Und jene, die diese Geschichten erleben, leiden darunter; sie fühlen sich nicht gehört, nicht verstanden. So geht es hunderttausenden Menschen in Österreich: vor allem Migrant*innen, geflüchteten Personen und ihren Nachkommen. Deren Geschichten haben bisher...

I like #5 Denk Mal. Erinnerungen an Roma in Ritzing

Großvater ging in Ritzing zur Schule. Das war damals in den 1930er Jahren, lange vor seinem Tod. Ich bin ihm nie begegnet, doch kenne ihn aus meines Vaters Erzählungen. Wenn wir heute durch das kleine, burgenländische Dorf im Bezirk Oberpullendorf spazieren, erinnert sich mein Vater an Großvaters Geschichten. Damals musste Ritzing lebhafter gewesen sein. Dort, wo es heute still ist, wo die Straßen leer und die Häuser...

3 Jahre Europa

Ein Interview-Dokumentarfilm-Projekt von Veronika Bernard und Erol Yildiz 2015-2018. Drei Jahre, die vier junge Männer in Österreich verbrachten. Als Asylsuchende. Als auf Ausbildung Hoffende. Als auf Arbeit Hoffende. Kurz: Als auf ein normales Leben mit einer Zukunft in Frieden Hoffende. Der von Veronika Bernard (Universität Innsbruck) und Erol Yildiz (Universität Innsbruck) im Rahmen des gleichnamigen Universitäts-Projektes produzierte Interview-Dokumentarfilm lässt sie erzählen. Von ihren Erfahrungen. Von ihren Hoffnungen....

Rechte Verlage und Verlage gegen Rechts

Die Leipziger Buchmesse ist zu Ende gegangen und es scheint, als hätte sich die Aufregung, die wir auf den Buchmessen 2018 erlebt haben, etwas gelegt. Damals gab es heiße und auch handgreifliche Konflikte um die Präsenz und die Positionierung rechter Verlage, und der breiten Initiative „Verlage gegen Rechts“ gelang es durchaus erfolgreich, extreme Positionen dorthin zu verweisen, wo sie hingehören: weit weg von der Mitte, an den...

Wörter und Unwörter

Jedes Jahr im Januar werden sie bekanntgegeben: die Wörter und die Unwörter des vergangenen Jahres, vorgeschlagen von BürgerInnen, ausgewählt von Jurys und Beiräten aus LinguistInnen, JournalistInnen und PolitikerInnen. Die jährliche Kür findet mittlerweile seit fast 50 Jahren statt. Das erste Wort des Jahres wurde in Deutschland für das Jahr 1971 gewählt.  Ab dem Jahr 1991 folgten die Unwörter des Jahres in beiden Ländern, das erste eigenständig österreichische...