Autor: Cornelia Kogoj

I like #1

Optimistisch starten wir in den Frühling: Unsere neue Beitragsreihe I LIKE bringt Gutes aufs Blatt – denn die Zukunft ist besser als ihr Ruf.

MY EYES ON … „Heimkehren“ von Yaa Gyasi

Zwei Halbschwestern, die sich nie kennenlernen. Die eine wird mit einem britischen Offizier verheiratet, die andere wird gefangen genommen und als Sklavin nach Amerika gebracht. Eine Geschichte der Sklaverei und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart. Die Erzählung beginnt Ende des 18. Jahrhunderts in einem Asante Dorf an der Goldküste, das spätere Ghana, wo die beiden Schwestern Effia und Esi geboren werden. Effia wird mit James Collins,...

NACH DER FLUCHT: Vom Opferdiskurs zur (Über)Lebenskompetenz

Flucht, globale Not und Ungleichheit stellen epochale Schlüsselprobleme unserer Zeit dar. Es gibt vielfältige Gründe, warum Menschen ihre angestammten Orte verlassen, um ihr Überleben zu sichern. Wenn sich an den Ursachen nichts ändert, wird Flucht auch in Zukunft für viele Menschen eine Überlebensfrage sein. Politische Diskussionen kreisen zurzeit hauptsächlich um die Frage der Steuerung von Flucht und Grenzkontrollen als um Aspekte wie Partizipation, Chancengleichheit und Etablierungsprozesse von...

Good fences make good neighbors – Ai Weiweis Installationen zur globalen Flüchtlingspolitik

Seit dem zwölften Oktober sind in ganz New York über 300 Installationen und Werke des chinesischen Künstlers Ai Weiwei zu sehen. Die Ausstellung umfasst Kunstwerke im öffentlichen Raum, Gebäude, Monumente und Werbetafeln, die auf die globale Flüchtlingskriese hinweisen und eine fundamentale Kritik an der Trennung von Menschen, im sozialen und politischen Kontext, üben soll. Die Eindrücke, die der Künstler während einer Reise in 23 Länder und in...

Crip Magazine #2 – Behinderung, Visueller Aktivismus und imaginäre Bilder …

Stereotype können Menschen in Bilder sperren (schreibt der Kulturtheoretiker W. J. T. Mitchell). Das selbstorganisierte Zeitschriftenprojekt Crip Magazine setzt den allgegenwärtigen Medienbildern von Opfern vs. Helden, der helfenden Hand und „Licht ins Dunkel“ vielstimmige, selbstbestimmte und humorvolle Bilder von Behinderung und visuellen Aktivismus entgegen. Die Beiträge (großteils von KünstlerInnen mit Behinderung) eröffnen eine ermächtigende Perspektive auf behinderte Verkörperungen und Realitäten. Ein Projekt der bildenden Künstlerin Eva Egermann....

Ideen zum Postmigrantischen

So wie das Postkoloniale die Stimme der Kolonisierten zum Ausdruck bringt, präsentiert das Postmigrantische die Stimme der Migration, macht marginalisierte Wissensarten sichtbar, wirkt irritierend auf nationale Mythen, zeigt neue Differenzauffassungen und erzeugt ein neues Geschichtsbewusstsein. Daher versteht es sich als eine politische Perspektive, die auch subversive, ironische Praktiken einschließt und in ihrer Umkehrung provokant auf hegemoniale gesellschaftliche Verhältnisse wirkt. Migranten der zweiten und dritten Generation, die selbst...

Von der Kunst provoziert? Oder wieso Erinnerungskultur Kunst braucht.

Wie kann ich etwas sagen, für das es keine Worte gibt? Wie kann ich Geschehnisse erlebbar machen, die schon vor Generationen passierten? Und wie unterstütze ich Dialog, aber vermeide Vergessen? Das 9. Dialogforum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen widmete sich dieses Jahr der „künstlerischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus“ und lud am 18. und 19. September zahlreiche RepräsentantInnen von Bildender Kunst, Literatur, Film sowie Musik und Theater zur Diskussion ein –...

Endlich auf Kuba

Kuba stand immer an erster Stelle meiner erwünschten Reiseziele. Bevor Fidel Castro stirbt will ich die Insel besuchen, habe ich immer gesagt. Schlussendlich war der Flug gebucht und ein paar Tage später war der Maximo Leader tot. Aber gut, ich freute mich trotzdem unendlich jetzt wirklich nach Kuba zu kommen. Genaue Vorstellungen vom Land hatte ich keine. Nur vage Ideen waren mir geblieben von den Beschreibungen des...