Verbunden mit der Initiative Minderheiten: Hikmet Kayahan ehemaliger Mitarbeiter der IM und der STIMME

Anlässlich unseres 30-jährigen Bestehens haben wir Weggefährt*innen der Initiative Minderheiten einige Fragen gestellt. Den Anfang macht Hikmet Kayahan, ehemaliger Mitarbeiter der Initiative Minderheiten und der STIMME-Redaktion. Was hat dich rund um das Jahr 1991 politisch bewegt? Interessanterweise waren es zwei Plakate, beide aus dem Jahr 1991, die mich und meine Arbeit seitdem in der einen oder anderen Form begleiten: Zum einen das Plakat „Sag noch einmal Tschusch!“...

Dreifaches Jubiläum

Die Initiative Minderheiten nimmt an dieser Konfrontation seit 30 Jahren beständig teil. Ihre Art ist weniger von verbalradikalem Getöse geprägt als vielmehr von einer kompetenten (und mühsamen) Suche nach den Fäden, welche die Vielen miteinander verbinden – gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus und weitere Formen von Diskriminierung und Unterdrückung. Und die Stimme und der IM BLOG verstehen sich als Teil dieser Suche.

Politische Seelenleiden im Herbst

Hinter all diesen Ereignissen, vom Umgang mit der Pandemie über die ideologische (Selbst-)Legitimation autoritärer Regierungen bis hin zum angeblich wienerisch-gemütlichen „Schleich di, du Oaschloch“-Slogan dieser Tage als Terrorabwehr und zur offiziellen Handhabung der globalen Gefahr durch die Klimakrise, sehe ich stets die hässliche Fratze des immerwährenden Nationalismus frech grinsen.

„Aber es ist noch nicht alles getan“ Van der Bellens Entschuldigung ist ein Versprechen

Am 10. Oktober 2020 wurde in Kärnten/Koroška das 100-jährige Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung begangen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprach bei der Veranstaltung historische Worte und entschuldigte sich bei den Kärntner Slowen*innen für das bisher erlittene Unrecht: „Ich möchte den Artikel 8 der Österreichischen Bundesverfassung noch einmal in Erinnerung rufen. Darin bekennt sich die Republik Österreich zu ihrer gewachsenen, sprachlichen und kulturellen Vielfalt, die in den autochthonen...

EYES ON … andererseits – für Inklusion im Journalismus

„Ich bin stolz, dass ich alleine eine Geschichte schreiben darf“, sagt Hanna Gugler als wir sie fragen, warum sie bei andererseits dabei ist. andererseits ist ein online-Magazin für Inklusion im Journalismus. Hanna schreibt viel und gerne, sie packt alles in eine Geschichte aber ihre Texte lesen sich nicht wie die meisten in Zeitungen, auf Blogs oder in Online-Medien. Auch Hannas Perspektive ist keine, mit der die Mehrheitsgesellschaft...

Idomeni – Die Geschichte von Überlebenskünstler*innen

Die Zeltstadt in Idomeni, einem Dorf mit ca. 150 Einwohner*innen an der griechisch-mazedonischen Grenze, wurde zum Inbegriff für die „hässlichen Bilder“, ohne die es – so der österreichische Bundeskanzler einer extrem rechten, rechtskonservativen Regierung – im Zuge der sogenannten „Schließung der Balkanroute“ nicht abgehen würde. Zwischen Februar und Mai 2016 bewohnten zwischen 10.000 und 15.000 geflüchtete Menschen diesen Ort, obwohl er für nur maximal 1.500 Personen vorgesehen...

Wo man mit Wahlen die Grenze schrieb oder können Grenzen tatsächlich demokratisch festgelegt werden?

In Zentraleuropa war Vielsprachigkeit immer üblich. Erst seit dem 19. Jahrhundert kämpften Nationalist*innen um die Frage, welche Sprache wo sichtbar werden darf (und welche nicht). In Südkärnten eskalierten diese Konflikte erstmals nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, um die Frage des Grenzverlaufs und während der NS-Herrschaft in Enteignung und Deportation. Slowenischsprachige Österreicher*innen waren als Partisan*innen Teil der einzigen größeren Gruppe, die die Anforderungen der Moskauer Deklaration an...

„Wenn man nicht mehr an Veränderung glaubt, wie soll man diese dann herbeiführen?“

Isabel Frey ist Inspiration – in musikalischer wie auch gesellschaftspolitischer Hinsicht: Sie singt jiddische Arbeiter*innen-Lieder, brachte gerade ihr neues Solo-Album heraus, co-organisiert die Vienna Klezmer Sessions, ist Geschäftsführerin des Kulturvereins „Friling“ und tritt nun auch bei der Wien Wahl für LINKS an. Raffaela Gmeiner sprach mit ihr über Musik als politisches Medium, ihr neues Album und über eine Politik, die verschiedene Minderheiten gegeneinander ausspielt. Raffaela Gmeiner: Du...

Online Film Festival by Lisl Ponger “A weekly programme of films made by, or about, women”

Anlässlich der 25. Ausgabe des von der Künstlerin Lisl Ponger kuratierten Online Film Festivals “A weekly programme of films made by, or about, women” im Rahmen von Hundred Heroines wurden Freundinnen gebeten, Kurzfilme vorzuschlagen. Hier die Auswahl dieser Woche: Ramesch Daha, born in Tehran lives and works in Vienna. She shows a documentation of her work 06.04.1945, where she mounted fragments of the register of mainly political...

Aus Ex-Jugoslawien nach Wien: Die Geschichten von Geflüchteten. Erinnerungen und Neuanfang von Menschen, die in den 90er-Jahren vor dem Bosnienkrieg flüchteten

„Alle Dinge, die ich besaß, bedeuten allein mir etwas und niemanden sonst, denn diesem meinem Gepäck und Krimskrams verleihen allein mein Stempel und meine Existenz einen Sinn.“ (Mile Stojić, 2013:57) Auf den ersten Blick erinnert der kleine, gelbe Zettel an ein Post-it, wie man es für kurze Notizen verwendet. Darauf findet sich eine Liste an Dingen, verfasst in serbokroatischer Sprache: „Filme, Videokassetten, Musikkassetten Asja, Transistor und Adapter,...